Der Zoigl


















Ein kurzer Einblick in den Zoiglbrauch: (Quelle: Wikipedia)

Das Bier

Der Zoigl ist ein untergäriges Bier, das nach althergebrachter Weise gebraut wird. In der offenen Sudpfanne über einem Holzfeuer wird die Maische - ein Gemisch aus Wasser und Gerstenmalz - zuerst gekocht, dann gehopft und so als „Würze“ noch einmal erhitzt. Dieser Sud kommt nun in große Behälter in den Keller, wo die Hefe Ihre Arbeit verrichtet. Nach etwa 10 Tagen Gärungszeit wird das Zoiglbier in die Fässer abgefüllt, in denen es noch mehrere Wochen ausreifen muss. 
Obwohl immer das gleiche Brauverfahren angewendet wird, schmeckt  jeder Zoigl anders, denn jeder Brauer hat sein eigenes Rezept, nach dem das Verhältnis der Zutaten bestimmt wird. Doch sogar bei ein und demselben Zoiglwirt kann es von mal zu mal Unterschiede geben.


Verbreitung

Der Zoigl wird vor allem in der nördlichen Oberpfalz im örtlichen Kommunbrauhaus von Privatpersonen gebraut. Das Braurecht liegt oft seit Generationen auf Häusern bzw. Anwesen und ist im Grundbuch festgehalten. Es konnten also ursprünglich nur die Besitzer dieser Häuser brauen. Von der Gemeinde wird häufig ein „Kesselgeld“ erhoben, mit dem Licht, Wasser, Versicherungen und Abnutzung abgegolten werden. Daneben muss ein Braumeister zugegen sein, der den Brauvorgang von Anfang bis Ende begleitet. Zuletzt wendet sich das zuständige Hauptzollamt, das vom Braumeister über jeden Brauvorgang informiert werden muss, mit der Erhebung der Biersteuer an den Brauer.

Tradition

Das im Kommunbrauhaus hergestellte Bier wird in einem bestimmten Turnus ausgeschenkt. Ist ein Brauberechtigter gerade an der Reihe, zeigt er dies an, indem er eine Stange aus dem Giebelfenster seines Hauses heraushängt. An dieser ist entweder ein Zoiglstern („Brauerstern“), ein Reisigbesen (siehe auch Besenwirtschaft) oder ein Fichtenbuschen befestigt. Daher stammt auch der Name des Bieres, Zoigl (vom nordbairischen für zeigen), was hochdeutsch nichts anderes als Zeichen oder Aushängeschild bedeutet.

Zusammen mit dem Zoigl bieten die Zoiglwirte ihren Kunden Brotzeiten an, oft aus eigener Herstellung.

Zoigl wird aber nicht nur für den öffentlichen Ausschank gebraut, sondern auch für den privaten Hausgebrauch. In diesem Fall schließen sich mehrere Brauberechtigte zu einem „Sud“ zusammen, der Zoigl wird nach dem Brauvorgang aufgeteilt, mit Fässern in die eigenen Keller verbracht und nach der Gärung auf Flaschen gezogen.

Das Kommunbrauhaus in Windischeschenbach

Windischeschenbach, die Hauptstadt des Zoiglbiers, besitzt seit dem Jahre 1455 das Kommunbraurecht.
Da Windischeschenbach zu dieser Zeit in drei Herrschaftsgebiete unterteilt war, existierten auch drei Brauhäuser, das „hofmärkische Brauhaus“ das „stiftische Brauhaus“ und das „Brauhaus der Herrschaft Störnstein“.
Bereits 1563 wurde das „Brauhaus der Herrschaft Störnstein“ wieder abgerissen.

Nach der Ungelderhebung (der Biersteuererhebung) von 1543 floss das Ungeld des hofmärkischen Brauhauses in das Oberungeldamt Weiden und das des „stiftischen Brauhaus“ in das Oberungeldamt Tirschenreuth.

Der große Brand von 1848 zerstörte die beiden noch verbliebenen Brauhäuser.1852 schlossen sich Windischeschenbacher Bürger zur Kommunbraugesellschaft „Brauende Bürger von Windischeschenbach“ zusammen und erbauten das noch heute in der Braugasse bestehende und betriebene Kommunbrauhaus.

(Text-Quelle:www.echte-kommunbrauer.de)